Chronik von Wiesbaum
| Einwohner: | 480 |
| Bürgermeister(in): | Karin Pinn |
| Lage: | 480 Meter über NN, nordöstlich von Lissendorf |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz |
| Autokennzeichen: | DAU für Kreis Daun |
| Ortvorwahl: | 06593 |
Chronik:
„Menschen, zwischen denen die Liebe unversehrt ist, gewähren einander Wohltaten; denn keiner argwöhnt, dass er bei einem Tausch hinsichtlich der Güter, die ergibt, benachteiligt wird, sondern dass er eher dazugewinnt.
Daher kam es zwischen dem ehrwürdigen Abt Tankrad und Beringar zu der für beide Seiten erfreulichen Übereinkunft, einige Orte miteinander zu tauschen, was sie hiermit auch gemacht haben. So gab der ehrwürdige Abt Tankrad von Seiten des Klosters Güter in Wiesbaum im Eifelgau; diese Güter hatte vormals Gunthar geschenkt mit Feldern, Äckern, Wälder, Wiesen, Weiden, stehenden und fließenden Gewässern.Dagegen gab der erwähnte Beringar dem genannten Abt Tankrad für dessen Kloster seine Güter in Sefferweich im Bitgau, welche ihm gehören und die er von seiner Mutter Gomalinde geerbt hat, mit Ländereien, Wäldern, Feldern, Wiesen und Weiden, stehenden und fließenden Gewässern; dazu drei Morgen Ackerland in der Mark Fließem. Jede Partei soll von heute an alles, was sie an diesen Orten durch diesen Tausch bekommen hat, zur freien Verfügung besitzen und damit nach Belieben verfahren können. Weiter wird vereinbart: Wenn eine Partei oder deren Nachfolger oder Erben diesen Vertrag verändern oder brechen will, soll sie das Gut, das sie erhielt, verlieren.
Der gegenwärtige Tauschvertrag, den die beiden beschlossen haben und um dessen Bestätigung sie baten, soll fest und unerschütterlich bestehen bleiben, mit bekräftigter Willenserklärung. Verhandelt am 25. Juli im 30. Regierungsjahr unseres Herrn und Königs Karl und im 4. Jahre seines Kaisertums........
Ich, der Mönch Landohic, habe dies geschrieben.“( Fol. 95b MRhUB I 43, Willwesch S. 72)
Mehr über diese erste urkundliche Erwähnung und weitere schriftlicher Zeugnisse, wie die Erwähnung der Wiesbaumer Kirche als eine der ältesten der Eifel in der Bestätigungsbulle des Papstes Innocenz II für das Kassiusstift in Bonn vom 31.3. 1131 oder wie Theoderich von Mirbach mit seiner Gemahlin Judith zum Heile ihrer Seelen im 13. Jahrhundert ihr geerbtes Allod bei Weseme an das Kloster St. Thomas verschenken, erfahren Sie in der Chronik von Wiesbaum, an der im Moment heftig gearbeitet wird, damit sie zu der 1200 Jahrfeier im Spätsommer 2004 fertiggestellt ist.
Natürlich wird auch ausführlich über den Prozess des Pastor Hennes im 17. Jahrhundert berichtet, der als Hexer verbrannt wurde. Aus einem tatsächlich stattgefundenen Giftmord wurde eine kleine Kriminalgeschichte verfasst, die alten Mirbacher Höfe in Wiesbaum mit eigenem Weistum finden Erwähnung, die Schul- und Pfarrchronik liefern interessante Zeitzeugnisse der letzten 150 Jahre.
Anekdoten, Lebensbilder, die Wiesbaumer Streiche , viele schöne alte Bilder und vieles mehr machen diese Chronik nicht nur für Geschichtsinteressierte sondern für jedermann zu einem Buch, das man unbedingt kaufen und lesen sollte.
Heute hat Wiesbaum mit dem Ortsteil Mirbach 660 Einwohner. Dank der klugen Politik des Gemeinderates, der immer wieder Bauland erschließt und mit dem Programm „Junge Familien“ jungen Ehepaaren, wobei ein Teil aus dem Ort stammen sollte, stark reduziertes Bauland zur Verfügung stellt, steigt die Einwohnerzahl langsam aber stetig.
Obwohl der Ort immer noch stark landwirtschaftlich orientiert ist, es gibt hier 10 Haupterwerbslandwirte und einige im Nebenerwerb, so war es doch 1997 möglich, große Flächen für das interkommunale Gewerbegebiet der Verbandsgemeinde Hillesheim hier zur Verfügung zu stellen. Auch der Industrie- und Gewerbepark IGP und das Gründerzentrum HIGIS wachsen stetig und bringen der Region neue Arbeitsplätze. Das Industriegebiet liegt auf halber Strecke von Wiesbaum nach Mirbach in einem früheren Hochmoorgebiet, das am Anfang des 20. Jahrhunderts kultiviert wurde. Denn so lesen wir in der Schulchronik über dieses Gebiet: „Am Donnerstag, den 21. Juni (1906) besuchten etwa 20 Herren, darunter Sr. Exc. Oberpräsident Freiherr v. Schorlemer, Regierungsrat Bake, Landrat v. Ehrenberg und Landeshauptmann Dr. v. Reners den hiesigen Ort. Die sog. „Anlagen“, die mit großer Beihilfe des Staates anbaufähig gemacht worden sind, wurden einer Besichtigung unterzogen. Die Herren trafen in fünf Automobilen von Hillesheim kommend um 4 Uhr ein.“ (Schulchronik Wiesbaum Bd. I S. 72)
Ältere Fußballspieler werden sich bestimmt auch noch daran erinnern können, dass sich früher der Wiesbaumer Sportplatz in den Anlagen befand. Daß sich auf dem Sportplatz ein Telegraphenmast befand, störte damals keinen.
Ein reges Vereinsleben, Sportverein mit Jugendabteilung, Frauenverein, Karnevalsverein, Feuerwehr, Theaterverein mit 2 Jugendabteilungen, Kirchenchor, Jugendgruppe und engagierte Personen und Gruppen für Kinder- und Seniorenbetreuung machen das Dorfleben lebenswert.
Alle diese Vereine und Gruppen planen im Moment die Feierlichkeiten für unsere 1200 Jahr Feier und freuen sich auf Ihren Besuch am 5. September 2004.






