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Die Amerikaauswanderung

Die Amerikaauswanderung aus Wiesbaum im 19. und 20. Jahrhundert

Die deutsche transatlantische Massenauswanderung war vor allem ein Phänomen des 19. Jahrhunderts. Dabei strebten ca. 90 % der Migranten in die Vereinigten Staaten. Zwischen 1820 und 1900 gingen etwa 5 Mio. in die nordamerikanische Republik. Etliche verließen die Heimat aus religiösen andere aus politischen Motiven. Die wichtigste Ursache für diesen Massenexodus war jedoch die sich verschlechternde wirtschaftliche und soziale Lage großer Teile der deutschen Bevölkerung seit Beginn des 19. Jahrhunderts.

Als Folge von Industrialisierung und Modernisierung sowie der damit einhergehenden Auflösung traditioneller ländlicher und städtischer Strukturen schwoll die Bevölkerung dramatisch an. Das Erwerbsangebot hielt mit dieser Bevölkerungsexplosion jedoch nicht Schritt.

”Bremen”, der erste überseeische Dampfer des Norddeutschen LloydAnkunft in der neuen HeimatNicht Abenteuerlust sondern die blanke Not in der Heimat und die Aussicht auf ein besseres Leben auf dem amerikanischen Kontinent waren meist die Ursache für die Auswanderung. Mit der Ausreise war fast immer die Trennung von Angehörigen, Verwandten, Freunden und Bekannten bis zum Lebensende verbunden.

Man kann sich vorstellen, wie schwer der Abschied im Bewusstsein dieser Tatsache war und welche Gefühle die Menschen bewegten. Unsere Heimat, die Eifel, gehörte im 19. Jahrhundert zu den ärmsten Regionen in ganz Deutschland. Die meisten Menschen lebten von der Landwirtschaft auf den kargen Böden der Eifel. Durch die Realteilung, d.h. wenn der Vater starb, wurde der Grundbesitz auf seine Kinder in gleichen Teilen vererbt, entstanden aus großen landwirtschaftlichen Betrieben im Laufe von mehreren Generationen so kleine Betriebe, dass sich für keinen die Bewirtschaftung mehr lohnte. Insoweit ist es nicht verwunderlich, dass auch von hier viele Leute den Entschluss fassten, ihr Glück in der neuen Welt zu suchen.

In seinem Buch "Die Amerika-Auswanderung im Kreis Daun" hat sich Herr Josef Mergen Ende der 50er Jahre sehr intensiv mit dieser Thematik beschäftigt. Neben der Darstellung der Ursachen für die Auswanderung enthält das Buch auch eine Auflistung der Personen, die den Kreis Daun in Richtung Amerika verlassen haben. Wegen des Verlustes von Unterlagen in den Kriegen und der illegalen Auswanderung ohne Konsens, d.h. ohne staatliche Genehmigung, ist diese Liste nicht vollständig. Sie enthält aber ca. 2000 Personen, in der Mehrzahl mit Geburtsdatum, aus dem Gebiet des Altkreises Daun. Von Wiesbaum sind ca. 65 Personen legal- mit Konsens- und ca. 20 Personen illegal nach Amerika ausgewandert.

Liste der Amerikaauswanderer:

Name

Vorname

Geburts- datum

Mitreisende

Abreise






Bernardy

Heinrich

29.01.1831

Ehefrau Katharina geb. Klinkhammer 15.4.1832
Kinder:
Christine 19.11.1857
Gertrud 10.04.1859
Elisabeth 18.09.1861
Wilhelm 06.06.1862
Peter 10.02.1866
Anna Maria 30.12.1867
Johann 04.09.1869
Katharina 06.06.1872

21.03.1881

Betzer

Johann

16.11.1847

ledig

08.05.1872

Caspers

Jakob

11.03.1855

ledig

25.03.1881

Caspers

Mathias

29.06.1827

ledig

25.09.1856

Eich

Heinrich

18.07.1846

Ehefrau Anna Maria geb. Krämer, nicht mit ausgewandert.

12.03.1881

Engels1.)

Kaspar

20.12.1856

ledig

10.03.1880
??

Hoffmann

Dionysius

17.07.1851

ledig  Kind von Mathias Hoffmann

17.07.1869

Hoffmann

Franziska

24.06.1845

ledig  Kind von Mathias Hoffmann

17.07.1869

Hoffmann2.)

Mathias

24.11.1811

2. Ehefrau Barbara geb. Tarter 02.04.1815
Kinder:
Peter 09.11.1853
Katharina 20.06.1856

17.05.1872

Klaes

Simon

02.06.1828

Ehefrau Barbara geb. Meyer 30.09.1823

19.03.1873

Lenzen

Heinrich

20.07.1840

Ehefrau Anna geb. Friedrichs 23.11.1841
Kinder:
Peter 02.04.1866
Johann Peter 29.03.1868 4 Wochen alt bei der Auswanderung

01.05.1868

Mastiaux

Johann Josef

08.09.1849

ledig

10.03.1880

Meuren Mauren

Elisabeth

18.01.1822

Witwe von Peter Meuren/Mauren geb. Meyer
Kind:
Johann 03.05.1853

unbekannt

Meyer

Josef

1843

ledig

unbekannt

Meyer

Kasper

10.03.1805

Ehefrau Elisa geb. Meynen 15.04.1818
Kinder:
Margarethe 18.05.1851
Christian 12.04.1858
Gertrud 16.04.1853
Joseph 12.03.1861
4 Kinder wanderten mit aus, 4 blieben in Wiesbaum

20.07.1871

Peters

Peter

09.02.1835

ledig

15.04.1868

Scheuren

Kaspar

04.12.1852

ledig Kind von Theaodor Scheuren

16.03.1881

Scheuren

Peter

05.09.1860

ledig Kind von Theodor Scheuren

25.04.1881

Scheuren

Theodor

20.04.1820

Witwer

12.03.1881

Schleder

Nikolaus

26.05.1867

Ehefrau Margarethe geb. Mies 24.06.1868
Kinder:
Paul 19.04.1899
Anton 26.04.1901
Christine 25.08.1903
Veronika 19.05.1906

31.06.1906

Schweiß

Josef

25.02.1846

Ehefrau Elisabeth geb. Meyer 29.09.1846
Kinder:
Simon 25.10.1870
Mathias 20.11.1872

12.04.1873

Sons

Thomas

11.03.1827

Ehefrau Katharina geb. Peters 04.08.1837
Kinder:
Katharina 13.04.1863
Nikolaus 16.10.1865
Anna Maria 27.05.1868
Auch hier blieben 4 Kinder in Wiesbaum

26.03.1873

Wirths

Arnold

09.07.1842

ledig

03.04.1873

Zens

Anton

23.09.1842

Ehefrau Elise geb. Scheuern 20.04.1851
Kinder:
Heinrich 01.09.1876
Theodor 05.03.1880

12.03.1881

Zens

Johann

03.10.1849

ledig

24.07.1872

1.) Kaspar Engels hat die Genehmigung zur Auswanderung eingeholt, ist dann wohl doch nicht ausgewandert.
2.) Von seinen 11 Kindern aus 1. und 2. Ehe nahm Mathias Hoffmann 4 Kinder mit nach Amerika.

Wer Lust hat, seine ausgewanderten Vorfahren in Amerika zu suchen, kann dies über das Internet unter folgenden Links versuchen: www.rootsweb.com, www.ancestry.com, www.familysearch.org und www.familytreemaker.com. Auch eine Suche über die Reedereilisten der Schifffahrtsgesellschaften in Hamburg und Bremen ist möglich, allerdings kostenpflichtig.